Samstag, 8. September 2018

Langer Weg nach Las Vegas

Nach der staureichen Fahrt von San Francisco nach Mariposa war der Empfang in der kleinen Mother Lode‘s Lodge um so besser.
Wir wurden mit typisch amerikanischem Überschwang begrüßt, die Schlüssel übergeben und noch eine Restaurantempfehlung gegeben, für die angeblich keine Prozente fließen :-).
Nach dem Auspacken des Gepäcks in die hübschen Zimmer, konnte der kleine Ort zu Fuß erkundet werden. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob wir das empfohlene Restaurant gewählt haben, aber die anstrengende Fahrt geriet durch das hervorragendes Essen in Vergessenheit.

Am nächsten Morgen starteten wir früh, hatten wir uns doch einen 700km Trip auf den Plan geschrieben. Nach einer kurzen Versorgungsrunde ging los zum Eingang des Yosemite Nationalparks.
Der Weg führte uns durch das Tal des Merced Rivers, was durch einen gewaltigen Erdrutsch nur einseitig befahrbar war, uns aber nicht wesentlich aufhalten konnte.
Im Nationalpark angekommen waren die Eindrücke einfach überwältigend bis atemberaubend. 
Der El Capitan begrüßte uns im Morgendunst und leitete die Tour durch das Tal ein.
Glücklicherweise konnten wir trotz der noch nicht ganz gelöschten Waldbrände zum Glaciers Point fahren und hätten sonst diese atemberaubende Aussicht verpasst.
Nach folgten wir dem schier endlosen Tioga Pass zum östlichen Ausgang des Nationalparks. Der Pass führte uns über 3000m hochglegene Straßen und tolle Landschaften.
Nach etwa 2 Stunden erreichten wir die andere Seite des Nationalparks und nahmen den nächsten Punkt unserer Tour ins Visier - die Westernstadt Bodie.
Bodie wurde am Anfang der 30ger Jahre des letzten Jahrhunderts aufgegeben, nachdem die örtliche Mine nicht mehr betrieben wurde und blieb nahe zu vollständig erhalten.
Somit konnten wir uns auf eine kleine Zeitreise begeben, bevor wir noch ca. 400 km nach Las Vegas fahren mussten, um unser Hotel aufzusuchen.

Kurz vor Mitternacht war der ereignisreiche Tag beendet - morgen wird ausgeruht.











Freitag, 7. September 2018

Alcatraz

Nun war es endlich soweit. Unsere Fahrt nach Alcatraz sollte endlich stattfinden.

Wir starteten früh, um den allmorgentlichen Stau in San Francisco abzufangen und unser Schiff nicht zu verpassen. Das dies keine leere Befürchtung war, konnten wir später erleben, wo Leute ohne lange Diskussion wieder weggeschickt wurden.

Nach einem kurzem Kampf mit dem Bezahlautomaten am Parkplatz und dem Eincheckprozedere ging es dann zum wohl berühmtesten Gefängnis.
Kurz nach der Ankunft wurden wir von einem Ranger und vielen Fliegen empfangen, wobei die Fliegen uns die ganze Zeit bei der Erkundung der Insel begleiteten.
Am spannendsten waren natürlich die Zellenblöcke. Allein die Größe der Zellen und die auch nach langer Zeit noch erkennbaren Haftbedingungen trugen zu einer drückenden Atmosphäre bei.


Eher skurril war die in einem Film vertretene Meinung, dass durch die Arbeit in den Betrieben der Beginn eines neuen Lebens gefördert wurde. Dies war bei den überwiegend sehr schweren Jungs ála Al Capone nur schwer vorstellbar.

Donnerstag, 6. September 2018

Das Cable Car

Manchmal verlaufen die Tage einfach anders, als geplant.
So wollten wir der Insel Alcatraz einen Besuch abstatten und mit dem Cable Car fahren, bevor wir San Francisco wieder verlassen.

Aber für einen kurzen Moment sah es so aus, als könnten wir Alcatraz nur aus der Ferne bewundern. Stand doch an der Verkaufsstelle für die Tickets, dass die nächste verfügbare Tour erst am 10. September möglich sei.

Glücklicherweise fand sich aber auch noch ein weiterer Hinweis, dass eine begrenzte Anzahl von Tickets an der Tageskasse verfügbar sind. 
Dort hatten wir dann Glück. Zwar konnten wir nicht am gleichen Tag fahren, aber immerhin konnten wir Tickets für den kommenden Tag ergattern.

Kurz entschlossen drehten wir unser „Programm“ um und machten uns nach dem unvermeidlichen Stops in den Souvenirläden auf den Weg zu der Haltestelle der Cable Cars.


Nach erstaunlich kurzer Wartezeit ging die Tour von Fisherman‘s Warf nach Downtown quer durch die Hügel der Stadt. Neben dem beeindruckenden Panorama und den Steigungen waren die sehr engen Begegnungen mit entgegenkommenden Fahrzeugen spannend.



Mittwoch, 5. September 2018

Pier 39

Heute war es soweit, endlich ging es Richtung Golden Gate Bridge.
Ursprünglich hatten wir vor Sausalito zu fahren, aber die ausgeschilderte Golden Gate Bridge war zu verlockend.
Also ging es zur Abwechslung bei Tageslicht durch Downtown und dann an den Piers entlang Richtung Brücke.



Die verbarg sich aber, wie am Vormittag üblich im Nebel und so beschlossen wir spontan uns am Pier 39 und Fisherman’s Warf umzusehen.



Das war bei aufklarenden Wetter sehr interessant. Vor allem die Sicht auf Alcatraz lud zu einem Ausflug ein. 
Ärgerlich war nur, dass durch einen vermeintlich gut gemeinten Hinweis viel Zeit auf der Suche nach einer Verkaufsstelle für einen Gruppenpass geopfert wurde, aber dafür haben wir Piers kennengelernt, die die meisten sicher nicht sehen...

So wurde der Ausflug nach Alcatraz auf den kommenden Tag verschoben und zum Abschluss fuhren wir noch über die Golden Gate Bridge, die sich nur widerwillig aus dem Nebel schälte.



Dienstag, 4. September 2018

Das Abenteuer geht weiter

In aller Frühe verließen wir das Los Angeles und statt des gefürchteten Berufsverkehrs hatten wir keinerlei Verzögerungen.
Warum? Es war Feiertag und die meisten Amerikaner lagen vermutlich noch im Bett.
Nachdem uns das Navi entgegen des Plans von der Küste weggeführt hat, um auf dem schnellsten Weg San Francisco zu erreichen, fuhren wir ein Stück zurück und näherten uns vorbei an endlosen Feldern, Seen und kahlen Bergen der Küste.


Als wir den Küstenhighway erreichten, machte sich ein wenig Enttäuschung breit, da die Küste und auch das Meer sich im Nebel versteckten. Die Aussicht war zwar immer noch beeindruckend aber es lohnt sich nicht die Fotoausrüstung auszupacken und der Küstenstraße weiter zu folgen.
Somit setzten wir unsere Reise auf dem direktem Weg fort, vorbei riesigen Weinbergen und Gemüsefeldern.

Besonders im Gedächtnis haften geblieben ist der Ort Gilroy. Zum Einen durch den beeindruckenden Stau, den wir mitten im Nichts erleben durften. Zum Anderen durch den Titel Knoblauchhauptstadt Kaliforniens. Der Anspruch wurde durch eine in der Luft befindlichen Knoblauchwolke untermauert, die auch eine größere Menschenmenge nach dem Besuch eines griechischen Restaurants auf engen Raum nicht erzeugen kann.
Vermutlich ist Gilroy eine Stadt, in der Menschen, die Vampire fürchten, in Ruhe leben können.

Nach dem der Dunst sich verzogen hatte war es nicht mehr weit bis zu unserer Unterkunft im südlichen Teil von San Francisco. Ein langer Tag mit fast 11 Stunden im Auto ging nach einem Nachtmahl in Downtown San Francisco zu Ende.

Montag, 3. September 2018

Der erste Tag in Los Angeles

Erwartungsgemäß starteten wir, dank des Jetlags, früh in den ersten Tag.
Da in dem Motel, typisch amerikanisch, kein Frühstück angeboten wird, machten wir uns als ersten auf den Weg zum Supermarkt unseres Vertrauens.
Auf dem Weg dahin kamen wir zufällig an einer unserer Lieblingsketten vorbei, die rund um die Uhr geöffnet hat und schon war die Versorgung gesichert.

Das Frühstück war typisch amerikanisch, reichlich Rührei, Speck und Würstchen und dem unvermeidlichen Kartoffelrösti. Für die Ration über den Tag zu kommen.
Danach ging es gestärkt zum Supermarkt, um für die nächsten Tage Wasser und Snacks einzukaufen.

Vom Supermarkt ging es zum Hollywoodzeichen. Leider war der Aussichtspunkt total überlaufen und selbst sehr weit entfernte Parkplätze(mit über einer Stunde Marsch bergauf) waren weitestgehend ausgebucht und mit 8$ pro Stunde interessant bepreist.


Aber vom nahe gelegenen Hollywood Boulevard war das Zeichen in der Ferne gut zu erkennen.
Der Hollywood Boulevard selbst wurde allen Erwartungen mehr als gerecht. Es war laut, voll und das Parken durchaus teuer. Aber auslassen wollten wir es natürlich nicht. Aber ich bin selten auf einer so kurzen Strecke so oft gefragt worden, ob ich eine Bustour machen möchte.

Entspannter war die Tour durch Beverly Hills, Bel Air (soweit man es befahren durfte) und natürlich fuhren wir über den Sunset Boulevard zum Rodeo Drive.



Danach war erst mal Siesta angesagt und der Tag wurde mit einem leckeren Essen beim Mexikaner zusammen mit der Familie unserer Nichte abgeschlossen. 
Morgen geht es früh nach San Franzisco.

Sonntag, 2. September 2018

Das Abenteuer hat begonnen

Pünktlich um 03.45 Uhr wurden wir von unserem Taxi nach Stade gebracht und konnten bequem die S-Bahn zum Flughafen erreichen.

Der Check in und die Sicherheitskontrollen verliefen ereignislos und nachdem wir eine Weile das Boarding anderer Flüge beobachten konnten, kamen auch wir an die Reihe.
Interessant war die Bitte, dass weil die Maschine nach Amsterdam ausgebucht sei, ggf. das Handgepäck kostenfrei einchecken zu können. Spannend wurde es in dem Moment, als Martina als Freiwillige auserkoren wurde, auf Englisch zur Seite genommen wurde (ja Hamburg ist eine Weltstadt), aber trotzdem mit dem Koffer im Flugzeug auftauchte...



Aber egal, weiter ging es nach Amsterdam, das wir pünktlich erreichten.

Nur kurze Zeit später erlebten wir die bei Langstreckenflügen vermutlich obligatorische Flughafenrundfahrt (fast 20 Minuten auf den Taxiways...) in Amsterdam und nachdem wir fast befürchten mussten, zu fahren, hoben wir doch ab.

Die nach knapp elf ereignislosen Stunden erreichten wir zu unserer Überraschung pünktlich und bei Tageslicht (sonst waren wir immer in der Nacht in den USA angekommen) in Los Angeles.

Dort wartete eine große Überraschung auf uns: Auf dem Weg zur Einwanderungsbehörde wurde Martina plötzlich auf einer Rolltreppe fest auf die Schulter geklopft und unsere Nichte Sandra stand in Uniform hinter ihr!
Die Begrüßung viel so laut aus, dass die meisten Passagiere sich nicht nur einmal umdrehten. Die Aufmerksamkeit blieb uns auch erhalten, da wir die Einzigen Passagiere waren, die von offizieller Seite zu allen Kontrollen, der Gepäckannahme und zu den Shuttlebussen der Mietwagenfirmen begleitet wurden ;-). Überflüssig zu erwähnen, dass die Zeit, wie im Flug verging.

Dann blieb nur noch die Übernahme des Mietwagens, die sich freundlich aber spannend gestaltete, da das mitbestellte Navigationssystem angeblich doch nicht im Vertrag enthalten sei. Das Angebot für 11$ pro Tag eins dazuzubuchen, lehnten wir freundlich ab, da wir unsere Smartphones nutzen konnten.

Rolands Smartphone führte uns auch sehr souverän durch die finstersten Ecken, aber dafür auf dem direkten Weg zu unserem einfachen Motel aus den 30ger Jahren (wir nehmen an, des 20. Jahrhunderts) in Ost Los Angeles.
Wir checken morgen mal die Einstellungen, ob wir vielleicht mehr Hauptstraßen verwenden können. Wobei dank der starken Polizeipräsenz nie ein mulmiges Gefühl aufkam, aber die Eindrücke waren schon speziell.

Apropos starke Polizeipräsenz... Gestern traf es dann mich und aber mein nicht ganz vorschriftsmäßiger Versuch ein Wendemanöver zu vermeiden, zog die Aufmerksamkeit des LAPD auf sich und ich wurde höflich befragt, wie lang ich mich in Los Angeles befinden würde, ob mir die Verkehrsregeln bekannt wären und gleichzeitig bewusst gemacht, dass ich andere gefährdet hätte.
Und ich hatte gedacht, dass ich wegen zu schnellen Fahren angehalten wurde, weil der Ford Expedition durchaus ausreichend motorisiert ist, dabei schön leise und ich häufiger drüber war...

Das übe ich morgen sicher weiter.